Ämterverzeichnis

Das Verzeichnis hat die Aufgabe, dem Benutzer des Historischen Ortsverzeichnisses den Weg zur Territorialgeschichte zu weisen. Es nimmt die in den Ortsartikeln unter Punkt 5 enthaltenen Angaben auf und ordnet jeden Ort in seinen territorialgeschichtlichen Zusammenhang ein.

Altenberg, Amt, nach Erwerbung von Vasallengütern (Herrschaft Bärenstein) durch Landesherrn 1502 als Amt eingerichtet, später vergrößert; - Amt 1551 u. 1843.

Altenburg, Amt, auf ehemaligem Reichsgut (Pleißenland) bildete sich Burggrafschaft Altenburg aus, die 1329 an Wettiner fiel; – castrum1378; Amt 1550; 1485 bis 1547 u. wieder seit 1554 ernestinisch, 1547 bis 1554 albertinisch.

Annaberg, Mühlenamt, Herrschaft Pöhlberg 1411 vom Burggrafen von Meißen an Wettiner, daraus Mühlenamt Annaberg hervorgegangen; - Amt 1551 u. 1764, danach mit Amt Wolkenstein vereinigt.

Annaburg, Amt, seit dem 13. Jh. um das Schloß Lochau ausgebildeter Amtsbezirk im Herzogtum Sachsen-Wittenberg, erhielt nach dem Neubau des Schlosses zu Ehren der Kurfürstin Anna 1572 den neuen Namen; seit 1423 wettinisch, seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch; Amt 1548 u. 1815, 1815 an Preußen abgetreten.

Augustusburg, Amt, Herrschaft Schellenberg gelangte 1324 von Reichsministerialen v. Schellenberg an Wettiner; – castrum 1378, Amt 1551 u. 1843; stets albertinisch.

Bautzener Kreis, einer der beiden Hauptkreise des Markgraftums Oberlausitz, geht auf das mittelalterliche „Land Bautzen“ (13. Jh.) zurück; bis 1635 bei der Krone Böhmen, seitdem kursächsisch, seit 1815 nördlicher Teil an Preußen abgetreten.

Berreuth, Amt, kleines Vorwerksamt, bestand nur 2. Hälfte 16. Jh. nach Ankauf von Rg. Berreuth durch Landesherrn, danach mit Amt Dippoldiswalde vereinigt.

Bitterfeld, Amt, Herrensitz der wettinischen Grafen von Brehna seit Ende 12. Jh., castrum 1298, fiel 1290 an das askanische Herzogtum Sachsen-Wittenberg u. 1423 an das wettinische Kurfürstentum Sachsen ; 1485 ernestinisch, 1547 albertinisch, 1815 an Preußen abgetreten.

Borna, Amt, seit 12. Jh. markgräflicher Besitz; -castrum 1378; Amt 1548 u. 1843; 1485 bis 1547 ernestinisch, seitdem albertinisch; 1698 bis 1722 an Herzogtum Sachsen-Gotha verpfändet.

Briesnitz, Pflege, alter Burgwardbezirk, Pflege (Gerichtssprengel) ~ 1500, danach im Amt Dresden aufgegangen.

Chemnitz, Amt; der im 12. bis 14. Jh. ausgebildete Besitz des Klosters Chemnitz wurde bei der Säkularisation im Amt Chemnitz zusammengefasst; -Amt 1548 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Colditz, Amt; die seit 1158 nachweisbare, im 14. Jh. stark erweiterte Herrschaft der Reichsministerialen, später Herren v. Colditz, fiel 1404 an die Wettiner, war bis 1547 böhmisches Lehen; - Pflege 1445, Amt 1548 u. 1843; 1485 bis 1547 ernestinisch, seitdem albertinisch.

Crottendorf, Amt, oberer Teil der Grafschaft Hartenstein, gelangte 1559 von Herren v. Schönburg an den Landesherrn; - Amt 1559, später mit Schwarzenberg vereinigt.

Delitzsch, Amt, Teil des markgräflichen Osterlandes; -castrum 1378, Amt 1550 u. 1764, 1815 an Preußen abgetreten; albertinisch seit 1485, gehörte 1657 bis 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg.

Dippoldiswalde, Amt, Besitz der Burggrafen von Dohna bis 1402, seitdem markgräfliche Pflege, seit 1503 an v. Maltitz verlehnt, 1560/68 vom Landesherrn aufgekauft; Amt 1569 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Döbeln, Amt, Gebiet um Döbeln lag als Besitz des Klosters Hersfeld in markgräflichen Händen; - 1221 markgräflicher Vogt; castrum 1378, Amt 1554, 1558 aufgelöst u. größtenteils mit Amt Leisnig vereinigt; seit 1485 albertinisch.

Dohna, Pflege, bis 1402 Herrschaft der Burggrafen von Dohna, seitdem markgräflicher Besitz; - Pflege 1445, spätestens seit 1457 mit Amt Pirna vereinigt.

Dresden, Amt, alter markmeißnischer Besitz, 1206 markgräflicher Vogt bezeugt; - castrum 1378, Amt 1547 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Dresden, Brückenamt, eines der Dresdener Ratsämter, mit der Kreuzkirche durch gemeinsame Einkünfte zur Unterhaltung der Kirche u. der Elbbrücke verbunden.

Dresden, Hospitalamt, eines der Dresdener Ratsämter, dessen Einkünfte der Unterhaltung des Materni-Hospitals dienten.

Dresden, Religionsamt, eines der Dresdener Ratsämter, dessen Einkünfte geistlichen Zwecken dienten. Dresden, Syndikatsamt, eines der Dresdener Ratsämter.

Düben, Amt, seit Ende 12. Jh. den Markgrafen von Meißen zugeordneter Herrensitz, 1485 ernestinisch, 1547 albertinisch, 1815 an Preußen abgetreten.

Eilenburg, Amt, alter wettinischer Besitz seit der Jahrtausendwende, gelangte 1291 im Verbande der Markgrafschaft Landsberg an Brandenburg, 1376 an die Herren v. Colditz u. 1402 durch Kauf an die Markgrafschaft Meißen; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch, 1815 an Preußen abgetreten.

Frankenberg, Amt, Teil der Herrschaft Sachsenburg (Besitzer: v. Schönberg), gelangte 1609/10 an Landesherrn, seitdem meist mit Sachsenburg verbundenes Amt, ebenso 1843; seit 1485 albertinisch.

Frauenstein, Amt, markgräflicher districtus im 13. Jh., seit 1329 an Burggrafen von Meißen verlehnt, seit 1439 bis 1473 kurfürstliche Pflege, danach wieder verlehnt (v. Schönberg) bis 1647, seitdem Amt, ebenso 1843; seit 1485 albertinisch.

Freiberg, Kreisamt, markmeißnischer Besitz seit 12. Jh., markgräflicher Vogt 1221; - castrum 1378, Amt 1548 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Glauchau, Amt, Besitz der Herren v. Schönburg mit eigener, nicht voll ausgebildeter Landeshoheit, bis 1779 böhmisches Reichsafterlehen, seitdem kursächsisches Lehen; Amt 1546 u. 1843 (geteilt in Hinter- u. Vorderanteil).

Görlitzer Kreis, einer der beiden Hauptkreise des Markgraftums Oberlausitz, geht auf das mittelalterliche „Land Görlitz“ (13. Jh.) zurück; bis 1635 bei der Krone Böhmen, seitdem kursächsisch, seit 1815 größtenteils an Preußen abgetreten.

Grillenburg, Amt, seit Anfang 13. Jh. markmeißnischer Besitz, castrum Tharandt 1378, Amt 1551 u. 1843, seit 16. Jh. nach Grillenburg verlegt; seit 1485 albertinisch.

Grimma, Erbamt, seit 13. Jh. markmeißnischer Besitz; -castrum 1378; Amt 1548 u. 1843; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.

Grimma, Schulamt, Besitz des Klosters Nimbschen nach Säkularisation als Schulamt Grimma eingerichtet; - Amt 1550 u. 1816, danach mit Erbamt Grimma vereinigt.

Groitzsch → Pegau.

Großenhain, Amt, alter markmeißnischer Besitz, 1220 markgräflicher Vogt; - castrum 1378, Amt 1547 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Grünhain, Amt, hauptsächlich auf Territorium der Grafschaft Hartenstein gebildeter Besitz des Klosters Grünhain, nach Säkularisation 1536 als Amt eingerichtet; - Amt 1548 u. 1843; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.

Hartenstein, Amt, seit 12. Jh. reichslehnbare Herrschaft im Besitz der Burggrafen von Meißen, seit 1406 der Herren v. Schönburg, seit 1439 kursächsisches Lehen; - Amt 1546 u. 1843; seit 1485 unter albertinischer Oberhoheit mit nicht voll ausgebildeter Landeshoheit der Herren v. Schönburg (vgl. Amt Crottendorf).

Harth, Gericht vor der, Halsgerichtsbezirk, 1378 in markgräflichen Händen, seit 15. Jh. im Amt Leipzig aufgegangen.

Hohnstein, Amt, Herrschaft der Berka von der Duba, gelangte 1443 an Wettiner, später an v. Schleinitz verlehnt, von diesen an Herren v. Schönburg verkauft, seit 1543 an Landesherrn; - Pflege 1445, Amt 1547 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Königstein, Pflege → Pirna.

Laußnitz, Amt, Herrschaft Laußnitz gelangte 1564 an Landesherrn, seitdem Amt, ebenso 1816, danach mit Amt Radeberg vereinigt.

Lauterstein, Amt, im 13. Jh. Herrschaft der Herren v. Schellenberg, 1323 als markgräfliches Lehen an Burggrafen von Leisnig, von diesen 1434 an v. Berbisdorf verlehnt, 1559 an Landesherrn, seitdem Amt, ebenso 1843; seit 1485 albertinisch.

Leipzig, Kreisamt, alter markmeißnischer Besitz, markgräflicher Vogt 1221; castrum 1378, Amt 1547 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Leisnig, Amt, Burggrafschaft Leisnig gelangte 1365 an Markgrafen; -castrum 1378, Amt 1548 u. 1843; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.

Leubnitz, Amt; der um Dresden gelegene Besitz des Klosters Altzelle wurde nach Erwerbung durch Rat zu Dresden 1550 im Leubnitzer Amt zusammengefasst (Leubnitz = alter Klosterhof).

Lichtenstein, Amt, Herrschaft der Herren v. Schönburg seit 13. Jh., böhmisches Reichsafterlehen bis 1779, seitdem kursächsisches Lehen; - Amt 1546 u. 1843; seit 1485 unter albertinischer Oberhoheit mit nicht voll ausgebildeter Landeshoheit der Herren v. Schönburg.

Lichtenwalde, Amt, im 13. Jh. markgräfliche villicatio, seit 1341 an Burggrafen von Meißen, später an v. Honsberg, seit 1447 an v. Harras verlehnt, fiel 1561 an Landesherrn, seitdem Amt bis 1697, danach wieder verlehnt; seit 1485 albertinisch.

Liebenwerda, Amt, die im 13. Jh. zeitweilig zur Grafschaft Brehna gehörige Herrschaft stand 1301 unter markmeißnischer Oberhoheit, nach 1360 im Besitz der Kurfürsten von Sachsen-Wittenberg, wurde 1423 wettinisch, 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch; Amt 1548 u. 1815; 1815 an Preußen abgetreten.

Lohmen, Amt, Herrschaft Wehlen-Lohmen gelangte 1543 von Herren v. Schönburg an Landesherrn, seitdem Amt, mit Hohnstein verbunden; seit 1485 albertinisch.

Lützen, Amt, bischöflich merseburgisches Amt, gelangte bei Säkularisation des Bistums 1561 an Kursachsen, gehörte 1657 bis 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg, fiel 1815 größtenteils an Preußen.

Meißen, Erb-, Kreisamt, Kerngebiet der Markgrafschaft Meißen, markgräflicher villicus 1161; - castrum 1378, Amt 1547 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Meißen, Prokuraturamt; seit Kurfürst Moritz bzw. der Säkularisation des Bistums Meißen 1581 wurde der Besitz des Domkapitels Meißen im Prokuraturamt zusammengefasst, bestand noch 1816, danach mit Erbamt Meißen vereinigt.

Meißen, Stiftsamt, fasste seit Reformation Besitzungen der Dombaukasse u. gewisser Domherrenpfründen zusammen, bestand noch 1816, danach mit Erbamt Meißen vereinigt.

Meißen, Schulamt, seit Einrichtung der Fürstenschule Meißen 1543 Zusammenfassung ehemaligen Besitzes der Klöster St. Afra u. Heiligkreuz zu Meißen sowie Seußlitz, bestand noch 1816, danach mit Erbamt Meißen vereinigt.

Moritzburg, Amt, aus angekauften Vasallengütern zur Ausstattung des 1542 errichteten Schlosses Moritzburg gebildet; - Amt 1551 u. 1843.

Mügeln, Amt, seit Mitte 13. Jh. bezeugter Besitz des Bistums Meißen, gelangte bei dessen Säkularisierung seit 1581 an Landesherrn, gehörte bis 1818 zur Stiftsregierung Wurzen; Amt 1581 u. 1843.

Mühlberg, Amt, Herrschaft der Berka von der Duba, fiel 1520 an Landesherrn, seitdem Amt, 1559 bis 1570 an Bischof von Meißen gegen Stolpen vertauscht, danach wieder Amt, fiel 1815 größtenteils an Preußen; - seit 1485 albertinisch.

Mühltroff, castrum, 1357 bis 1436 markgräflicher Besitz, seitdem wieder verlehnt (v. Sack).

Mutzschen, Amt, im 14. Jh. Besitz der Burggrafen von Leisnig, später an v. Starschedel verlehnt, 1565 an Landesherrn; - Amt 1582 u. 1843; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.

Naunhof, Amt, seit 13. Jh. markgräflicher Besitz, seit 1487 mit Amt Grimma vereinigt; - castrum 1378; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.

Nossen, Amt, im 12./13. Jh. ausgebildeter Besitz des Klosters Altzelle; 1544 säkularisiert, vom Landesherrn übernommen; - Amt seit 1544, ebenso 1843; seit 1485 albertinisch.

Oschatz, Amt, markmeißnischer Besitz seit 12. Jh., 1366 bis 1382 an Bistum Meißen verpfändet; - Pflege 1445, Amt 1550 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Pausa, Amt, Herrschaft Pausa als markmeißnisches Lehen Mitte 14. Jh. an Herren v. Plauen, seit 1357 u. 1402 vorübergehend, seit 1466 dauernd an Landesherrn zurück, 1547 an Böhmen, 1549 an Herren v. Plauen zurück, seit 1569 endgültig an Kurfürsten; - Amt 1551 u. 1764, meistens mit Amt Plauen vereinigt; seit 1485 ernestinisch, seit 1569 albertinisch.

Pegau, Amt, Hauptteil der ehemaligen Grafschaft Groitzsch, seit 13. Jh. in wettinischer Hand, markgräflicher villicus in Groitzsch 1219,castrum 1378, Pflege Groitzsch 1445, seit 15. Jh. mit Geleitsamt Pegau vereinigt, Amt 1548 u. 1843; seit 1485 albertinisch; gehörte 1662 bis 1718 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Zeitz.

Penig, Amt, im 13. Jh. Besitz der Burggrafen von Altenburg, gelangte im 15. Jh. an Burggrafen von Leisnig, 1538 an Landesherrn, seit 1543 an Herren v. Schönburg verlehnt, seitdem Schönburgisches Amt unter kurfürstlich sächsischer Oberhoheit, ebenso 1816, danach mit Amt Rochlitz vereinigt; seit 1485 albertinisch.

Pirna, Amt, böhmische Burggrafschaft Pirna mit Königstein gelangte 1404 an die Wettiner, seitdem markmeißnische Vogteien, seit ~ 1500 beide im Amt Pirna vereinigt; - Amt 1548 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Plauen, Amt, seit 13. Jh. auf ehemaligem Reichsland (Vogtland) bestehender Besitz der Vögte, später Herren v. Plauen, kam 1466 an Wettiner, 1547 an Böhmen, 1548 wieder an Herren v. Plauen, 1569 endgültig an Kursachsen; gehörte 1657 bis 1718 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Zeitz; seit 1485 ernestinisch, seit 1569 albertinisch.

Pretzsch, Amt, die adlige Herrschaft befand sich im frühen 14. Jh. unter der Botmäßigkeit der Herzöge von Sachsen-Wittenberg, wurde 1423 wettinisch u. ging 1689 als Amt in unmittelbaren landesherrlichen Besitz über; 1485 ernestinisch, 1547 albertinisch, 1815 an Preußen abgetreten.

Rabenstein, Amt, 1336 Reichslehen, gelangte Herrschaft Rabenstein als Allod der Herren v. Waldenburg 1375 an Kloster Chemnitz, bildete seit 1548 Teil des Amtes Chemnitz, wurde seit 1602 verlehnt (v. Carlowitz); - Amt 1548; seit 1485 albertinisch.

Radeberg, Amt, 1357 als markmeißnisches Lehen Besitz der Burggrafen von Dohna, 1378 Teil des castrum Dresden, bald darauf selbständig; - Pflege 1445, Amt 1551 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Rauenstein, Amt, 1323 Herrschaft im Besitz der Reichsministerialen v. Schellenberg, gelangte an die Herren v. Waldenburg; von diesen 1567 an Landesherrn, wurde 1596 mit Amt Wolkenstein vereinigt u. später verlehnt; - Amt 1590; seit 1485 albertinisch.

Reichenbach, Amt, während des Bestehens des Sekundogenitur-Fürstentums Sachsen-Zeitz eingerichtetes Amt zur Wahrnehmung der dem Kurfürsten im Vogtland verbliebenen Befugnisse (Schriftsassen der Ämter Pausa, Plauen u. Voigtsberg), auch als „kurfürstliches Amt im Vogtlande zu Reichenbach“ bezeichnet.

Remse, Amt, Besitz des Klosters Remse unter Hoheit der Herren v. Schönburg, fiel 1533 an (ernestinischen) Kurfürsten, seit 1543 Schönburgisches Amt unter kursächsischer Oberhoheit, ebenso 1816, danach mit Amt Zwickau vereinigt.

Rochlitz, Amt, Reichsgut bis 1143, seitdem markmeißnisch (wettinische Grafschaft); -castrum 1378, Amt 1548 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Rochsburg, Amt, von Wettinern Ende 13. Jh. an Burggrafen von Altenburg, später an Burggrafen von Leisnig, seit 1548 an Herren v. Schönburg verlehnte Herrschaft; - Schönburgisches Amt unter kursächsischer Oberhoheit 1551 u. 1816, danach mit Amt Rochlitz vereinigt; seit 1485 albertinisch.

Sachsenburg, Amt, Mitte 13. Jh. Bestandteil der Vogtei Freiberg, später verlehnt, gelangte aus Besitz derer v. Schönberg 1609/10 an Landesherrn, seitdem meist mit Frankenberg verbundenes Amt, ebenso 1843; - seit 1485 albertinisch.

Schellenberg → Augustusburg.

Schkeuditz, Amt, bischöflich-merseburgisches Amt, gelangte bei Säkularisierung des Bistums 1561 an Kursachsen, gehörte 1657 bis 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg, fiel 1815 größtenteils an Preußen.

Schlettau, Amt, Herrschaft der Herren v. Schönburg auf Hassenstein (Böhmen) bis 1413, seitdem Besitz des Klosters Grünhain, nach Säkularisation 1536 als Amt eingerichtet, bald mit Amt Grünhain vereinigt; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.

Schrebitz, Vogtei, Besitz des Klosters Seußlitz seit 13. Jh., bildete seit Reformation Bestandteil des Schulamtes Meißen.

Schwarzenberg, Kreisamt, seit 1213 böhmische Herrschaft, im 14. u. 15. Jh. Besitz der Burggrafen von Leisnig, gelangte von v. Tettau 1533 an Kurfürsten, seitdem Amt, ebenso 1843; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.

Schweinitz, Amt; der Burgbezirk gelangte aus dem Besitz der Grafen von Brehna seit 1182 in den Bereich der Niederlausitz (Ostmark) u. über die Erzbischöfe von Magdeburg 1362 an das askanische Herzogtum Sachsen-Wittenberg, seit 1423 wettinisch, 1485 ernestinisch, 1547 albertinisch; Amt 1548 u. 1815, 1815 an Preußen abgetreten.

Senftenberg, Amt, aus dem Verbande der Niederlausitz 1448 an das Kurfürstentum Sachsen verkauft, seitdem wettinisches Amt, 1485 albertinisch, 1815 an Preußen abgetreten.

Sornzig, Klosteramt, im 13. Jh. erworbener Besitz des Klosters Sornzig, nach Säkularisierung 1540 Amt u. Bestandteil des Schulamtes Meißen, seit 1570 bis 1584 Besitz des Bischofs von Meißen, seitdem als Teil des Stifts Wurzen meist mit Amt Mügeln verbundenes Amt, ebenso 1843; seit 1485 albertinisch.

Stein, Amt, Burg Stein 1372 als markmeißnisches Lehen genannt, Bestandteil des Amtes Hartenstein, seit 1701 als eigenes Amt abgetrennt, ebenso 1843.

Stollberg, Amt, im 13. Jh. reichslehnbare Herrschaft der Burggrafen von Starkenberg u. Edlen v. Stollberg, später der Herren v. Schönburg, kam 1367 an Böhmen, 1422 an Wettiner, gelangte nach Verlehnung an v. Schönberg (seit 1473), 1564 an Landesherrn, seitdem Amt, ebenso 1843; seit 1485 albertinisch.

Stolpen, Amt, alter Besitz des Bistums Meißen in der Oberlausitz (Burgward Göda seit 1007, Herrschaft Stolpen seit 13. Jh.), kam durch Tausch gegen Amt Mühlberg 1559 an Kurfürsten, seitdem Amt, ebenso 1843.

Torgau, Amt, alter markmeißnischer Besitz seit 12. Jh., castrum 1378, Amt 1550 u. 1764, fiel 1815 größtenteils an Preußen; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.

Voigtsberg, Amt, Anfang 13. Jh. Besitz der Vögte von Strassberg, bald darauf an Vögte von Plauen, 1356 an Markgrafen, 1547 an Böhmen, 1548 wieder an Herren v. Plauen, 1569 endgültig an Kursachsen; -castrum 1378, Amt 1542 u. 1843; seit 1485 ernestinisch, seit 1569 albertinisch; gehörte 1657 bis 1718 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Zeitz.

Waldenburg, Amt, seit 2. Hälfte 12. Jh. Herrschaft der Reichsministerialen v. Waldenburg, gelangte 1372/ 78 an Herren v. Schönburg, ursprünglich Reichs-, später böhmisches, seit 1779 kursächsisches Lehen; Amt 1546 u. 1843; seit 1485 unter albertinischer Oberhoheit mit nicht voll ausgebildeter Landeshoheit der Herren v. Schönburg.

Wechselburg, Amt, Besitz des 1168 geweihten Chorherrenstifts, 1278 dem Deutschen Orden übergeben, 1541 säkularisiert, seitdem unter kursächsischer Lehnshoheit als schönburgisches Amt geführt.

Werdau, Amt, Besitz der Reußen zu Greiz bis 1397/98 (seit 1357 als markmeißnisches Lehen), seitdem markgräfliches Amt, seit 16. Jh. mit Amt Zwickau vereinigt, in dessen Verband die „Werdauer Dörfer“ noch Anfang 19. Jh. eine besondere Gruppe bildeten; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.

Wiedersberg, castrum, gelangte 1357 von den Vögten von Plauen an Markgrafen, seit 1386 verlehnt (v. Rabe), dem Amt Voigtsberg angeschlossen; castrum 1378.

Wiesenburg, Amt, seit Beginn 13. Jh. bis 1394/98 Besitz der Reußen zu Greiz, seitdem markgräflich, seit 1405 verlehnt an v. Planitz, seit 1591 an Rat zu Zwickau, seit 1618 kurfürstliches Amt, 1663 bis 1724 an Herzöge von Holstein-Sonderburg verlehnt, seitdem wieder Amt, ebenso 1843; - seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.

Wittenberg, Amt, alter herzoglich-sächsischer Besitz, seit 1423 wettinisch, 1485 ernestinisch, 1547 albertinisch, Amt 1513 u. 1815, 1815 an Preußen abgetreten.

Tharandt → Grillenburg.

Wolkenstein, Amt, im 13. Jh. Herrschaft der Herren v. Waldenburg, gelangte vor 1478 an Kurfürsten; Amt 1552 u. 1843; seit 1485 albertinisch.

Wurzen, Amt u. Stift, seit 11./12. Jh. bezeugter bischöflich-meißnischer Besitz, fiel bei Säkularisierung des Bistums 1581 an Kurfürsten; Amt 1554 u. 1843; - das Stift Wurzen mit eigener Stiftsregierung bis 1818 fasste die ehemals bischöflichen Ämter Wurzen, Mügeln, Kloster Sornzig u. Pflege Belgern zusammen.

Zabeltitz, Amt, Herrschaft der Pflege bis 1580, danach kurfürstliches Amt bis 1728, seitdem wieder verlehnt bis 1768.

Zadel, (Vorwerks-)Amt, bis Reformation Besitz des Klosters Altzelle, 1554 bis 1615 verlehnt, seitdem kurfürstliches Amt, meist mit Erbamt Meißen vereinigt.

Zwenkau, Amt, zum Stift Merseburg gehöriges Amt im 16./17. Jh., seitdem mit Amt Lützen vereinigt.

Zwickau, Amt, markmeißnischer Besitz seit 1143, markgräfliche Vogtei 1219; im Mittelalter zum Vogtland gerechnet; Amt 1460 u. 1843; seit 1485 ernestinisch, seit 1547 albertinisch.