Erzgebirgskreis SVG ToolTip

Weifa

w Schirgiswalde, Lkr. Bautzen

Verfassung

Dorf, Landgemeinde
1999: eingemeindet nach Steinigtwolmsdorf


ältere Verfassungsverhältnisse
1670 : Flecken
1834 : Flecken

Siedlungsform und Gemarkung

stark parzelliertes Waldhufendorf, Waldhufen, 388 ha

Bevölkerung

1764: 12 besessene(r) Mann, 6 Gärtner, 55 Häusler, 5¼ Hufen je 29 Scheffel, 1834: 669, 1871: 997, 1890: 993, 1910: 843, 1925: 854, 1939: 857, 1946: 935, 1950: 985, 1964: 880, 1990: 705,

1834: Kath. 1, 1925: Kath. 3, 1925: andere 3, 1925: Ev.-luth. 848,

Verwaltungszugehörigkeit

Grundherrschaft

1556: Rittergut Gaußig, 1586: Rittergut Putzkau, 1670: Freiflecken , 1764: Freiflecken ,

Kirchliche Organisation:

nach Steinigtwolmsdorf gepfarrt 1580 u. 1930 - 2001 zu Kirchgemeinde Steinigtwolmsdorf

Ortsnamenformen

1464?: Weiff (siehe Notizen) , 1469?: Weiffe (siehe Notizen) , 1488?: Weyffe (siehe Notizen) , 1511: Weiffe , 1586: Weffe , 1588: Weiffa ,

Literatur


51.07611111 14.3625

Karte

Kartenquelle: Geoportal Sachsenatlas

Notizen

03.03.2016 : Die im HONB und danach im HOV auf 1464 datierten Ortsnamenbelege für Weifa (Weiff) und Steinigtwolmsdorf (Steinichtwolframßdorf) sind m. E. falsch datiert. Die fraglichen Belegstellen befinden sich in einem Lehnregister, das Bl. 137a – 158a des Liber Saalhusii aus dem Archiv des Hochstifts Meißen umfasst (als Film auch vorhanden im Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, 13540 Materialien zur älteren Landes- und Ortsgeschichte Sachsens, Nr. 418). Dieses undatierte Lehnregister geht eindeutig auf den Meißener Bischof Johann VI. von Saalhausen zurück, der von 1587 bis 1518 amtierte. Dies geht aus dem einleitenden Text zu diesem Lehnregister hervor, in den eine am 13. Mai 1490 von Kaiser Friedrich III. in Linz ausgestellte Urkunde eingerückt ist, in der der Kaiser diesem Bischof mit seine weltlichen Herrschaftsrechten belehnt (= CDS II 3, Nr. 1271, Abschrift im Liber Salhusii hier nicht angeführt). In diesem einleitenden Text wird auch der Sohn Maximilian Kaiser Friedrichs III. als Römischer König erwähnt. Diesen Titel führte Maximilian seit 1486. Ab 1508 hatte er den höheren Titel erwählter römischer Kaiser inne und wäre danach zweifellos mit diesem höheren Titel bezeichnet worden. Aus dem gesagten ergibt sich, dass das Lehnregister frühestens 1490, spätestens aber 1508 entstanden ist. Am wahrscheinlichsten ist, dass es schon 1490 und in den Jahren unmittelbar danach angelegt wurde. Da das fragliche Lehnsregister zahlreiche Ortsnamenbelege enthält, ist evtl. mit weiteren irrtümlichen Datierungen dieser Art zu rechnen. - Dr. Eckhart Leisering