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Das Historische Ortsverzeichnis von Sachsen 

Das Historische Ortsverzeichnis von Sachsen erfasst in nahezu 6000 Stichwörtern alle Siedlungen, die seit dem Mittelalter für das Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen nachweisbar sind. Als ortsbezogenes Standardwerk der Landesgeschichte bietet es auf dem Stand der derzeitigen wissenschaftlichen Forschung jeweils die grundlegenden historisch-statistischen Angaben zur: 

  • geografischen Lage, 
  • Verfassung, 
  • Siedlung und Gemarkung, 
  • Bevölkerung, 
  • verwaltungsmäßigen Zugehörigkeit, 
  • den vormaligen grundherrlichen Verhältnissen, 
  • Kirchenverfassung, 
  • zu historischen Ortsnamenformen und frühen schriftlichen Erwähnungen. 

Die Buchausgaben 1957 und 2006 

Um 1900 begannen die Vorarbeiten an einem Historischen Ortsverzeichnis für Sachsen. Karlheinz Blaschke gelang es, die Arbeiten zum Abschluss und 1957 das Historische Ortsverzeichnis von Sachsen zum Druck zu bringen. In knappen Ortsartikeln erfasste es auf archivalischer Grundlage das Land Sachsen in den Grenzen von 1815. In vier Teilbänden mit den sächsischen Großlandschaften führte diese Ausgabe die Siedlungen jeweils gegliedert nach Ämtern auf, was sich in der alltäglichen Handhabung als unpraktisch erweisen sollte. Dennoch fand das Historische Ortsverzeichnis weite Verbreitung und etablierte sich in kurzer Zeit als unverzichtbares Grundlagenwerk der sächsischen Landes- und Heimatgeschichte.

Am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde wurde das Historische Ortsverzeichnis durch Susanne Baudisch und Karlheinz Blaschke überarbeitet, erweitert und 2006 neu herausgegeben. Alle Artikel wurden alphabetisch geordnet und die Orte der 1990 neu zum Freistaat Sachsen gekommenen Gebiete miterfasst. Die Erkenntnisse landesgeschichtlicher Forschung führten zur Überarbeitung und Aktualisierung zahlreicher historischer Daten, insbesondere zur mittelalterlichen Geschichte. Die Neubearbeitung enthält neben Verweisen auf landesgeschichtlich wichtige Kompendien und Denkmalinventare auch geodätische und Gauß-Krüger-Koordinaten sowie Nachweise auf topografischen Karten.

Die Internetausgabe 2008 

Die Arbeiten an der Internetversion begannen 2007 auf Grundlage der Neuausgabe. Ausgangspunkt war die von Susanne Baudisch geführte Access-Datenbank. In enger Zusammenarbeit entwickelten der Informatiker Michael Schmidt und der Historiker André Thieme eine Präsentation, die sich an den inhaltlichen Strukturen der Druckausgabe orientierte, zugleich aber die Vorteile einer elektronischen Wiedergabe am Computer nutzte. So wurden die Einträge übersichtlicher gestaltet und gegliedert und ein für die schnelle Handhabung geeignetes Such- und Navigationsinstrumentarium entwickelt. Zudem bot die Internetausgabe die Möglichkeit, Korrekturen und Nachträge zeitnah einzubringen, erste Berichtigungen und Ergänzungen einzubringen. Seit der Freischaltung der Internetversion des Historischen Ortsverzeichnisses im Januar 2008 steht das gesamte Material in ansprechender Form online zur komfortablen Nutzung bereit.

Relaunch 2021 

Seit der Onlinestellung wurde die digitale Version von mehr als einer Millionen Personen genutzt. Daraus resultieren zahlreiche Anfragen, die sich unter anderem auf Einwohnerzahlen, Quellenangaben, Ortsnamensformen und Ersterwähnungen bezogen. Gleichzeitig erhielten die Projektmitarbeiter Hinweise auf fehlerhafte Verlinkungen oder Jahresangaben, technische Probleme bei der Funktionalität, neue Quellenfunde oder auf neue Zusammenlegungen beziehungsweise Eingemeindungen.

2021 wurde die Seite den Ansprüchen einer modernen Präsentation der Ortsdaten aktualisiert. Die funktionale Neugestaltung der Webseite erfolgte unter dem modernen BITV 2.0-Standard. Über die technischen und optischen Neuerungen hinaus wurden Abkürzungen aufgelöst, die Hilfeseiten überarbeitet, neue Datensätze eingearbeitet, ältere geprüft und aktualisiert sowie die Visualisierungen durch die Karte des Geoportal Sachsenatlas verbessert. Neu implementiert sind zudem eine Karten- und eine Zeitsuche. Diese ermöglichen neben neuen Suchmöglichkeiten auch neue Formen der Visualisierung. Vor allem wurden die Verlinkungen zu anderen Projektseiten und -datenbanken ausgebaut sowie die Ortscodes des HOV als Normdaten in Wikidata eingepflegt. So werden beispielsweise die zum Ort gehörigen Bilder aus dem Digitalen Bildarchiv des ISGV direkt im Ortseintrag mit angezeigt. Aktuell erfolgt die Überprüfung der Ersterwähnung eines jeden Ortes, die sukzessive eingearbeitet und wenn möglich mit den Digitalisaten der Quellen beziehungsweise Quellenausgaben verlinkt werden.